50 Jahre
aktive Säkombinationen

Werbung aus 1974

Vom Grundsatz her hat sich an der Bedeutung des Verfahrens der aktiven Säkombination nichts geändert. Aber die Zusammenstellung der Maschinenkombinationen, die Bodenbearbeitungs- und Nachläufertechnik sowie die Schar- und Striegeltechnik haben sich enorm weiterentwickelt. Außerdem sind in der jüngeren Zeit immer mehr elektronische Bauteile in die Sätechnik integriert worden.

Zunächst erwies sich die zapfwellenangetriebene Rüttelegge als das Erfolgsmodell der AMAZONE Bodenbearbeitungstechnik. Sie war leichtzügig und zeichnete sich durch ihre extrem kurze Bauweise aus, sodass man sie sehr gut mit der Sämaschine kombinieren konnte, ohne die Antriebsschlepper gewichtsmäßig zu überlasten. Insgesamt hat AMAZONE von 1966 bis 2001 über 50.000 Rütteleggen verkauft.

Allerdings gab es auch Einsatzfälle, in denen die Rüttelegge nicht optimal arbeitete: Bei größeren Mengen an Pflanzenresten, z.B. nach unzureichender Pflugarbeit oder nach pflugloser Bodenbearbeitung, konnte es zu Verstopfungen kommen. Deshalb brachte AMAZONE 1978 mit dem Kreiselgrubber KG wieder eine absolute Neuheit auf den Markt.

Mit „Zinken auf Schlepp“ hatten die bis dahin neben der Rüttelegge üblichen Kreiseleggen nämlich den Nachteil, dass sie sich bei schwierigen Verhältnissen selbstständig aus dem Boden hoben. Der Kreiselgrubber aber ist mit „Zinken auf Griff“ ausgestattet, die die Maschine auch auf schweren und steinigen Böden sicher in den Boden ziehen, auf Arbeitstiefe führen und das Stroh einmischen. Auch die Schnellwechselvorrichtung und Steinsicherung für die Zinken des Kreiselgrubbers wurden von der Praxis mit Begeisterung aufgenommen. 1985 brachte AMAZONE zusätzlich eine preisgünstigere Kreiselegge auf den Markt und konnte damit auch für die Bearbeitung leichterer Böden die optimale Technik anbieten.

Für die Verbesserung der Schwerpunktlage hinter dem Schlepper konnten die Anbausämaschinen zunächst hydraulisch im Huckepackverfahren über die Bodenbearbeitungsmaschine gehoben werden. Um die Schwerpunktlage weiter zu optimieren, brachte AMAZONE als Alternative 1988 die Aufbausämaschine AD8 sowie 1993 die AD2 auf den Markt. Bei diesen Maschinen war der Sämaschinenbehälter oben auf der Packerwalze aufgebaut und stützte sich auf dieser ab. Mit dieser kompakten Einheit aus Bodenbearbeitungsgerät, Walze und Sämaschine konnte das Gesamtgewicht der Kombination in Richtung Schlepper verlagert werden.

Die erste aktive AMAZONE Kombination mit pneumatischer Sätechnik erschien 1995 mit der Baureihe Avant. Ihre Besonderheit war die aufgelöste Bauweise mit einem Saatgutbehälter vorne und Säschienen am Heck des Sätraktors. Dank der pneumatischen Saatgutförderung konnten die bis zu 6 m breiten Säschienen auf 3 m Transportbreite zusammengeklappt werden. Schon 1996 folgte die erste pneumatische Aufbausäkombination AD-P in Arbeitsbreiten von 3 bis 4,5 m. Die kompakte Bauweise, günstige Schwerpunktlage, der größere Saatguttank, die zentrale Befüllung sowie der einfachere Saatgutwechsel waren ihre wichtigsten Vorteile.

 

Von der Stab- bis zur Keilringwalze

Die Geschichte der Nachläuferwalzen startete ebenfalls mit der Entwicklung der aktiven Säkombination – mit den Krümel- und Stabwalzen. Sie waren preisgünstig und leicht gebaut. 1975 folgte als Entwicklung von AMAZONE die geschlossene Zahnpackerwalze, die den Boden ganzflächig rückverfestigte. AMAZONE war außerdem der erste Hersteller, der die Abstreifer unten an langen schmalen Haltern an der Walze anordnete, wodurch Verstopfungen vermieden werden konnten.

Die streifenweise und damit gezielte Rückverfestigung des Saatbettes war der große Vorteil der Reifenpackerwalze, die AMAZONE 1987 als Alternative zur Stab- und Zahnpackerwalze auf den Markt brachte. Neben der streifenweisen Bodenverfestigung zeichnete sie sich durch eine gute Selbstreinigung aus. Ausgerüstet mit dieser Reifenpackerwalze und dem Kreiselgrubber KG wurde dann die legendäre RPD DrillStar über gut ein Jahrzehnt zur meistverkauften Säkombination.

Erste Rollschare in 3-reihiger Anordnung für Engsaat

Bei besonders schweren Böden und starker Nässe verblieb mit der Reifenpackerwalze allerdings nicht immer genug loser Boden zur ausreichenden Bedeckung des Saatgutes. So stellte AMAZONE 1996 die Keilringwalze als Nachfolger der Reifenpackerwalze vor. Diese Walze lässt sich, sozusagen wie eine „Säversicherung“, sowohl unter trockenen als auch nassen Bodenverhältnissen einsetzen. Dank schmaler Hohlgummiringe wird der Boden exakt in den Saatreihen streifenweise rückverfestigt, sodass dem Keimling bei trockenen Verhältnissen mehr Kapillarwasser zur Verfügung steht. Zugleich verbleiben zwischen den rückverfestigten Streifen lose Bereiche, in denen Niederschlagswasser versickern kann.

Das Konzept der Keilringwalze hat sich auf breiter Basis als universell nutzbar durchgesetzt und findet breite Anerkennung bei Landwirten und Wissenschaft. Als Alternativen zur Keilringwalze bietet AMAZONE für die Kreiselgrubber und -eggen aber weiterhin die leichte Stabwalze, die Zahnpackerwalze als Allrounder oder speziell für schwere Böden die Cracker-Disc-Walze an.

 

Immer mehr Präzision bei der Sätechnik

Die Sämaschine D4, die mit der ersten aktiven Säkombination zum Einsatz kam, war bereits mit einzeln abgestützten Schleppscharen sowie einer automatischen Spuranreißer-Wechselschaltung ausgerüstet. An allen nachfolgenden Baureihen – von der D5 bis zur aktuellen D9 – sind viele bedeutende Innovationen und Detailverbesserungen in die Sätechnik eingeflossen. Schritt für Schritt führte dies zu einer immer präziseren Saatgutverteilung und -ablage sowie mehr Komfort bei der Maschinenbedienung.

Erster großer Meilenstein nach der D4 war 1972 die D7 mit einem stufenlosen Ölbadgetriebe, zentraler Schardruckverstellung und einer Scharfederung über Zugfedern. 1972 war auch das Jahr, in dem AMAZONE die automatische Fahrgassenschaltung auf den Markt brachte. 1980 folgte die D7 E-R, die sich durch die Möglichkeit der Engsaat auszeichnete und erstmals mit Rollscharen in 3 Reihen ausgestattet war.

Die ersten RoTeC-Rollschare mit zusätzlichen Tiefenführungs- und Reinigungsscheiben speziell für das Mulchsaatverfahren brachte AMAZONE 1999 auf den Markt. Deren Weiterentwicklung führte zu den RoTeC+- und RoTeC-Control-Scharen, wie sie heute in den aktiven Kombinationen zum Einsatz kommen.

Bei den Striegeln startete die Entwicklung mit dem einfachen Saatstriegel und ging weiter über den Einzelscharstriegel bis zum Exaktstriegel, dem legendären „Allrounder“, und dem Rollenstriegel. Bei den aktuellen aktiven Säkombinationen stellt das Zusammenspiel von Keilringwalze, RoTeC-Control-Scharen und Rollenstriegel im „Roller Drill System“ das perfekte System für die Rückverfestigung, Saatgutablage und -einbettung dar.

Vario-Getriebe (Innenansicht)Dosiergehäuse mit Control-Särädern

Für die präzise Dosierung des Saatguts sind die mechanischen Maschinen D9 und AD3 mit dem stufenlos verstellbaren Vario-Getriebe sowie Fein- und Normal-Särädern ausgerüstet. Damit lassen sich Saatmengen von 1,5 kg/ha bis 400 kg/ha präzise dosieren. Optional gibt es eine hydraulisch betätigte Saatmengenfernverstellung, mit der man die Saatgutmengen während der Arbeit an wechselnde Bodenverhältnisse anpassen kann.

DLG-FOKUS-TEST (DLG-Prüfbericht 5724F)

Testkriterium Testergebnis Beurteilung
Mengentreue sehr gut ++
Querverteilung sehr gut ++
Bewertungsbereich: ++/+/o/–/– – (o = Standard)

Als weiteres Beispiel für die Entwicklung der Präzision bei der Saatgutverteilung stehen die pneumatischen Sämaschinen. Die jüngsten Baureihen AD-P Special und Super mit 3 m, 3,5 m und 4 m Arbeitsbreite verfügen über ISOBUS-Technologie, eine elektrische Dosierung, variable Fahrgassenschaltung und viele weitere Leistungsfunktionen. Die Vorteile der Elektronik kommen natürlich auch dem Bedienkomfort zugute. So sind z.B. Arbeitsschritte wie die Vordosierung, Kalibrierung und Restentleerung mit dem TwinTerminal stark vereinfacht worden.